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Sonntag: Vom Turmblasen zum Festgottesdienst bis zum abendlichen Beethoven-Oratorium
Bild
Blick in den
Greifswalder Dom St. Nikolai beim Festgottesdienst

Foto: Rainer Neumann

Programm vom Sonntag, 22. Juni 2014

Dom St. Nikolai, 9.15 Uhr
Turmblasen

Wie jedes Jahr stimmt der Posaunenchor von St. Marien und St. Jacobi vom Turm des Doms St. Nikolai aus auf den Bachwochensonntag ein - eine weitere Form, "Die Drei" zum klingen zu bringen!

Dom St. Nikolai, 10.00 Uhr
Festgottesdienst
Eintritt frei

Die zweiteilige Kantate "Hocherwünsches Freudenfest" BWV 194 wurde von Bach für eine Orgel- und Kirchweihe konzipiert. Der erste Satz hat die Form der Französischen Ouvertüre, der man anhört, dass dabei ursprünglich der König seine Loge zu betreten pflegte. Heute mag diese Kantate an die letzte "Kirchweihe" im Dom St. Nikolai vor 25 Jahren erinnern.
Zur Wiedereinweihung des aufwändig renovierten Baus am 11. Juni 1989 hatte man sogar Erich Honecker geladen. Bischof und damalige Führung der Landeskirche hofierten den SED-Chef noch zu einer Zeit, in der die DDR-Führung längst die Maske des "Dialogs" fallen gelassen hatte.
Wenn heute Bachs Kirchweihkantate erklingt, dann auch in Dankbarkeit für die Freiheit, die die friedliche Revolution von 1989 erkämpft hat, für die deutsche Einheit und - nicht zuletzt und ganz konkret - für die Rettung des wiederum beinahe einsturzgefährdeten Domes, dessen grundlegende Sanierung jetzt durch umfangreiche Förderzusagen von Bund, Land und Stadt gesichert ist.
Es predigt der Landesbischof der Ev. luth. Kirche in Norddeutschland, Gerhard Ulrich.
Nach dem Gottesdienst wird der mit Spannung erwartete Publikumspreis - gestiftet von der Sparkasse Vorpommern - des Fotowettbewerbs der Bachwoche überreicht.

Konferenzraum der Universität, 12.00 Uhr
Liturgie und Symphonie?
Vortrag - Eintritt frei

Der Vortrag von Prof. Dr. Walter Werbeck stellt die am Abend im Abschlusskonzert zu hörende As-Dur-Messe von Franz Schubert vor. Für ihn ist es "faszinierend zu beobachten, wie eigenwillig Schubert mit dem sakrosankten Messetext umgeht, wie symphonisch er das große Orchester behandelt, ohne doch herkömmliche Traditionen einer Missa solemnis aufzukündigen."

St. Jacobi, 16.00 Uhr
Bach und die "anderen" Drei
Restkarten an der Tageskasse

Musik für Flöte und Orgel zur Nachmittagsstunde; es erklingen Werke von Bach, Kod?ly, G?rdonyi, und Alain.

ACHTUNG! NEU im Programm!!
Lutherhof, Martin-Luther-Straße 8, 18.00 Uhr
CROY-Cantate
Filmvorführung: Konzertmittschnitt und Einblicke in historische Ereignisse zum Croy-Teppich
DVD-Vorstellung (mit Möglichkeit des Erwerbs!)
Eintritt frei

"Die Taufe Christi", so der ursprüngliche Name des wohl bedeutendsten Wandteppichs aus der Zeit der Reformation. Der Name Croy-Teppich geht auf den Stifter Ernst Bogislaw von Croy zurück, ein Verwandter des letzten Herzogs von Pommern. Im Jahr 1684 schenkte er den fast 30 qm großen Teppich der Universität Greifswald. Seit 2005 ist er als Leihgabe der Universität im Pommerschen Landesmuseum Greifswald zu sehen.

Der Croy-Teppich inspirierte den Greifswalder Komponisten Jochen A. Modeß, zum 550. Gründungsjubiläum der Universität ein kirchenmusikalisches Werk zu schreiben. Er verwendete dabei die Texte des Teppichs. Mehr als 6 Jahre nach der Uraufführung wurde die Croy-Cantate während der Bachwoche im Jahr 2012 erneut im Dom St. Nikolai aufgeführt. Der NDR fertigte einen Mittschnitt für den Hörfunk an. Das Greifswalder Unternehmen 3N-MEDIA übernahm die Videoaufzeichnung des Konzertes. Unter Verwendung dieser Aufnahmen liegt jetzt eine Video-DVD vor, die auch auf historische Ereignisse während der Zeit der Entstehung des Croy-Teppichs eingeht. Aufnahmen und Interviews wurden dazu in Torgau, Wittenberg, Szczecin und Greifswald gedreht.

Dom St. Nikolai, 20.00 Uhr
Finale
Restkarten an der Abendkasse

Das festliche Abschlusskonzert der diesjährigen Bachwoche lässt mit großem Chor, Orchester und Solisten wesentliche Kirchenmusik-Kompositionen von Beethoven, Mozart und Schubert erklingen - das 1803 uraufgeführte einzige Oratorium Beethovens, das Passionsoratorium "Christus am Ölberge", in dem Jesus ungewöhnlicherweise als Heldentenor hervortritt, dazu Franz Schuberts As-Dur Messe und Mozarts "Ave verum corpus".

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