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Bachwochen-Freitag: Von bedeutenden Frauen, Solo-Violinen und Wiener Originalen
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Ensemble Prisma Wien
Foto: Katharina Cibulka

Tagesprogramm am Freitag, 20. Juni 2014

Dom St. Nikolai, 10.00 Uhr
Geistliche Morgenmusik
Eintritt frei, Einführung in die Bachkantate: 9.45 Uhr

Predigen durften Frauen im Gottesdienst der Bachzeit selbstverständlich nicht, ebensowenig war ihnen das Musizieren im Orchester erlaubt und auch das Singen im Chor oder gar als Solistinnen war Frauen in der Kirche untersagt. Die Sopran- und Altpartien in Bachs Kantaten sangen Knaben der Thomas-Schule. Die einzige Möglichkeit für Frauen, an den Kantaten mitzuwirken, war - das Dichten. Der Text der Kantate ""Also hat Gott die Welt geliebt" (BWV 68) stammt wie die weiterer sieben Bach-Kantaten von der Leipziger Barockdichterin Christiane Mariane von Ziegler.

St. Jacobi, 11.30 Uhr und 15 Uhr!
Kinderkonzerte
Für Anna Magdalena, Nannerl, Elise und die schöne Müllerin

Restkarten an der Tageskasse

Im Kinderkonzert werden musikalische Geschenke aufgespürt, die die vier großen Bachwochenkomponisten Bach, Mozart, Beethoven und Schubert für die Ehefrau, Schwester oder die wahre oder auch erträumte Freundin geschrieben haben. Da gibt es viel Musik zu singen und zu spielen, es gibt zu tanzen und zu erzählen. Denn es stellen sich auch viele Fragen: wer waren die Damen, wer war Elise, für die Beethoven sein berühmtes Klavierstück geschrieben hat, das so viele Klavierschüler spielen? Wie immer füllen zu den Bachwochenkinderkonzerten vergnügte Kinder, Eltern und Großeltern gleich zweimal die Jacobikirche!

Altes E-Werk, Marienstr. 22-24, 16.00 Uhr
Violin-Recital
Restkarten an der Tageskasse
Das Programm versammelt zwei Höhepunkte der Literatur für die Violine. Johann Sebastian Bach erweiterte in seinen Partiten für die Solovioline die Palette der Ausdrucksbereiche ebenso wie die der Satz- und Spieltechnik in einem Maße, das bis heute seine Bewunderer findet. Gabriel Adrojan, Konzertmeister des Kammerorchesters der Komischen oper Berlin, spielt Partita Nr. 1 h-Moll BWV 1002 für Violine solo. Dem steht mit Beethovens berühmter "Kreutzersonate" (für Piano und Violine) der Prototyp einer "großen" viersätzigen Violinsonate gegenüber. Mit Alten E-Werk entdeckt die Bachwoche einen neuen Aufführungsort!

Lutherhof, Martin-Luther-Straße 8, 18.00 Uhr
Mitsingeprobe
Teilnahme kostenlos

Gelegenheit zum ersten Mitproben und Mitsingen der Bachkantate im Festgottesdienst am Sonntag.

St. Marien, 20.00 Uhr
Das Oktett und die Nachtmusik
Restkarten an der Abendkasse

...Septett, Oktett - wer bietet mehr? Die "Wiener Klassik" - das ist der Sammelbegriff für die Werke berühmter Komponisten: Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert? - Doch damals waren noch nicht alle gleich berühmt.
Während dem "Wunderkind" Mozart scheinbar alles mühelos zufiel, musste sich Franz Schubert stets mit dem übermächtig erscheinenden Konkurrenten Beethoven auseinandersetzen. Der hatte ein "Septett" komponiert und das scheint Schubert mit seinem 1824 komponierten "Oktett" noch übertrumpfen zu wollen. Die große Besetzung für Klarinette, Fagott, Horn, zwei Violinen, Viola, Violoncello und Kontrabass bietet vielfache Streicher- und Bläserklänge im Zusammenspiel.
Selten aufgeführt, ist es heute Abend in der Marienkirche zu hören, dazu Mozarts Welt-Hit: "Eine Kleine Nachtmusik", meisterhaft dargeboten vom Ensemble Prisma - natürlich aus Wien!

Lutherhof, 22.00 Uhr
Kaktus-Serenade
Restkarten an der Abendkasse

Kannte Bach einen Kaktus? Besaßen etwa Mozart oder Beethoven einen solchen, was hatte Schubert für ein Verhältnis zu Kakteen? Die Forschung darüber steckt zweifelsohne in den Kinderschuhen. Wie gut, dass vor gut einem Jahrzehnt die Kantate "Cactus tragicus" von P. P. Bach (offenbar ein entfernter Verwandter von P.D.Q Bach!) wiederentdeckt wurde (in Wien!) und nun aufgeführt werden kann. Musik für Leute mit Humor - besonders, weil im Prinzip schon ausverkauft?

Dom St. Nikolai, 24.00 Uhr
Meditative Musik zum Tagesausklang
Eintritt frei

An der e-Moll-Triosonate Nr. 4, die Freitagnacht erklingt, ist es vor allem das "Andante" des 2. Satzes, das auf den Organisten Frank Dittmer "so inspirierend wirkt wie ein geistreiches Gespräch zu mitternächtlicher Stunde." Lassen Sie sich inspirieren!

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