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Bachwochendonnerstag,7. Juni 2018
Kinder, Kinder, romantische Lieder und Greifswalder Studentenkompositionen
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Kinderkonzert
der Greifswalder Bachwoche
Foto: Rainer Neumann

Stabwechsel bei der Geistlichen Morgenmusik um 10 Uhr im Dom St. Nikolai: Wie immer leitet eine der allmorgendlichen Bachwochen-Kantatenaufführungen ("Wer Dank opfert, der preiset mich" BWV 17) statt des Bachwochenleiters (und Domkantors) KMD Prof. Jochen A. Modeß der Landeskirchenmusikdirektor (und Domorganist) LKMD Prof. Frank Dittmer.

Am Montagabend gegen 23 Uhr bot sich vor dem Dom St. Nikolai ein beeindruckendes Bild: Ein Dutzend Kinder in hellen Chormänteln zog in einer wispernden Prozession über den stillen nächtlichen Platz und hinein in den Dom: Der Domkinderchor hatte noch seinen Auftritt vor den rund 500 Gästen der "Caspar-David-Friedrich-Nacht", dem großen Eröffnungskonzert der Bachwoche. Mittlerweile werden sie wohl ausgeschlafen haben und heute sind die jungen Choristen wieder im Einsatz, zu etwas kindgerechterer Zeit: Bei den Kinderkonzerten der Bachwoche um 11.30 Uhr und 15 Uhr werden wieder hunderte kleine und große Gäste im Dom herumwuseln. Spaß ist garantiert, aber auch richtig gute Musik wird geboten: "Von Felix und Sebastian". Es geht um die großen Komponisten Bach und Mendelssohn, die ja auch mal klein waren!

Im Konzert "Ihr Gestirn, ihr hohen Lüfte" um 16 Uhr in der Aula der Universität wird die Sopranistin Christine Wolff, begleitet von Raik Harder am Flügel Lieder aus Schemellis Gesangbuch, das zahlreiche berühmte Bach-Kompositionen enthält (z.B. Dir, dir, Jehova will ich singen), gemeinsam mit Liedern Mendelssohns darbieten. Und zwar von beiden komponierenden Mendelssohns: Felix und Fanny. Die ältere Schwester Felix Mendelssohn Bartholdys hieß nach ihrer Heirat Fanny Hensel und war eine möglicherweise ähnlich bedeutende Komponistin wie der jüngere Bruder, nur durfte sie es nicht sein. Für eine Frau aus ihren Kreisen schickte es sich weder, als Musikerin öffentlich aufzutreten noch Noten eigener Kompositionen drucken zu lassen, das alles sähe nach Geldverdienen aus - und das stand allein Männern zu. Vielleicht liegt es daran, dass es so wenige überlieferte Werke von Fanny Hensel gibt. Immerhin ein Lied von ihr ergänzt an diesem Nachmittag das halbe Dutzend des Bruders.

Um 18 Uhr sind wieder spontane Chorsängerinnen und -sänger zur Mitsingprobe in den Lutherhof eingeladen, Martin-Luther-Straße 8 (Achtung! Wegen Straßenbauarbeiten Zugang nur von der Bahnhofstraße aus!). Mit dieser Probe besteht die Gelegenheit, am nächsten Morgen im Projektchor gemeinsam mit hervorragenden Solisten und den Musikern des Kammerorchesters der Komischen Oper Berlin die Kantate des Tages aufzuführen.

Die Große Kammermusik um 20 Uhr in St. Jacobi ist ausverkauft! Das Kammerorchester der Komischen Oper Berlin, Konzertmeister und Solovioline: Gabriel Adorjan, spielt von Johann Sebastian Bach das Doppelkonzert für Oboe, Violine und Orchester BWV 1060 und die Ouvertüre D-Dur BWV 1068, von Felix Mendelssohn Bartholdy die Streichersinfonie Nr. 12 und von Jochen A. Modeß: IMUD (In Memoriam Ulf Däunert), eine Modeß-Komposition aus dem Jahr 2007 in Erinnerung an den 2006 verstorbenen langjährigen Bachwochen-Konzertmeister.

Das liturgische Nachtgebet, der musikalische Abendmahlsgottesdienst der Greifswalder Bachwoche, 22 Uhr im Dom St. Nikolai, trägt diesmal den Titel einer Messe "Studiosi et Alumni". Immer wieder haben Studierende am Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft kompositorische Neigungen gezeigt, die über das geforderte Maß hinausgehen. Anlass für den künstlerischen Bachwochen-Leiter als Komponist und Hochschullehrer, dies einmal mit einer Aufführung der Zusammenstellung einer Messe aus Kompositionen gegenwärtiger und ehemaliger Studenten zu würdigen.

Im Dom St. Nikolai gibt es um 24 Uhr die allmitternächtliche "Meditative Musik zum Tagesausklang" mit der Sonate f-Moll für Orgel op. 65, Nr. 1 MWV W 56 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Es spielt der Bachwochenleiter, KMD Prof. Jochen A. Modeß.

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