AKTUELLES

Bachwochenauftakt mit leisen Klängen, Stars und einem Kostenlosangebot
Bild

Umfangreiches Angebot an kostenlosen Veranstaltungen - Hochklassige Kultur zum Nulltarif für jedermann!

Es ist soweit: Am Montag beginnt die 64. Greifswalder Bachwoche "Bach und Russland". Vom 31. Mai bis zum 6. Juni 2010 wird wieder die "Bachwochengemeinde" unübersehbar das Stadtbild der Universitäts- und Hansestadt prägen. Rund 10.000 Besucher werden bei den 22 Konzerten und beim umfangreichen Zusatzprogramm erwartet.

Zusätzlich zu den kostenpflichtigen Konzerten bietet die Greifswalder Bachwoche eine Spezialität, die es bei keinem anderen Festival gibt - Ein Programm von 15 kostenlosen Veranstaltungen: Sieben "Konzerte", drei wissenschaftliche Vorträge sowie eine Probenreihe für Chorsänger von insgesamt fünf Mitsingprojekten (Gesamtangebot der kostenlosen Veranstaltungen siehe unten!).

Das Wort "Konzerte" steht deshalb in Anführungszeichen, weil die Musik im Zusammenhang gottesdienstlicher Veranstaltungen erklingt. Diese sind das Grundgerüst des "Festivals Geistlicher Musik im Norden". Bei den "Geistlichen Morgenmusiken" wird täglich von Dienstag bis Samstag eine andere Bachkantate aufgeführt - von diversen Chören, Musikern des Orchesters der Komischen Oper Berlin und exzellenten Gesangssolisten. Am Sonntag schließt der Festgottesdienst - eingeleitet vom traditionellen Turmblasen - diese Reihe mit der Aufführung von Bachs "Osteroratorium" (BWV 249) ab. Dabei hält Bischof Gerhard Ulrich (Schleswig) die Predigt, der auch als Fernsehprediger der samstäglichen Reihe "So gesehen" auf SAT.1 bekannt ist. Zudem repräsentiert er als Vorsitzender der gemeinsamen Kirchenleitung der drei evangelischen Landeskirchen Nordelbien, Mecklenburg und Pommern schon mal die künftige "Nordkirche". Für Gottesdienste wird grundsätzlich kein Eintritt erhoben, ganz gleich, wie vorzüglich (und teuer!) ihre künstlerische Gestaltung ist. Am Ausgang wird freilich eine "Kollekte" (deutsch: "Sammlung") erbeten - aber wie der Name schon sagt, geht es dabei nicht um die Bezahlung einer Leistung, sondern um eine freiwillige Gabe für den guten Zweck - hier für die Arbeit der Bachwoche.

Das erste vorzügliche kostenlose Angebot gibt es gleich am ersten Bachwochen-Abend, unmittelbar nach dem - bereits ausverkauften - Konzert mit den Stars Jochen Kowalski und Dieter Mann (20 Uhr im Kaisersaal der Greifswalder Stadthalle): Das "Nachtgebet" um 22 Uhr im Dom St. Nikolai Greifswald. In dieser liturgischen Feier mit Abendmahl (Leitung und Ansprache Superintendent Rudolf Dibbern, Greifswald - erstmals in diesem Amt!) findet das Thema der Bachwoche "Bach und Russland" musikalisch einen besonders reizvollen Ausdruck, da Choralsätzen von Johann Sebastian Bach geistliche Chormusik des modernen russischen Komponisten Alfred Schnittke (1934-1998) gegenübersteht. Der kyrillischen Schrift Kundige können im Programmheft die russischen Texte (nebst deutscher Übersetzung) mitlesen.

Den Auftakt der Bachwoche bilden aber traditionell leise Klänge: Das nachmittägliche (17 Uhr) Solokonzert des Künstlerischen Leiters der Greifswalder Bachwoche auf dem Clavichord in der Johanneskirche. KMD Prof. Jochen A. Modeß spielt Werke von Bach, Schtschedrin, Sidelnikow und - Modeß.

30. 5. 2010 gez. R. Lampe

Das komplette Kostenlos-Programm

der 64. Greifswalder Bachwoche "Bach und Russland" 31. Mai -6. Juni 2010

A. Gottesdienste

Das Herzstück und spirituelle Gerüst aller Bachwochen sind die Gottesdienste wie Festgottesdienst, Nachtgebet und die Geistlichen Morgenmusiken, in denen an jedem Tag eine Bachkantate aufgeführt wird. In diesem Jahr ist dies jeweils eine österliche Bachkantate, am Sonntag im Festgottesdienst Bachs "Oster-Oratorium" BWV 249. Neben Predigern und Predigerinnen aus der Region werden in der Geistlichen Morgenmusik am Samstag, 5. Juni, die Trägerin des "Deutschen Predigtpreises" 2009, Pfarrerin Kathrin Oxen aus Bützow, und im Festgottesdienst am Sonntag, 6. Juni, Bischof Gerhard Ulrich aus Schleswig predigen. Bischof Ulrich ist nicht nur Leitender Geistlicher der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, mit der sich unsere Landeskirche in einer Fusion verbinden wird, sondern seit Kurzem auch Sprecher der regelmäßigen SAT.1-Sendung "So gesehen".

In jeder Bachwoche halten wir ein Nachtgebet und feiern dabei das Heilige Abendmahl. Der Kammerchor des Instituts für Kirchenmusik und Musikwissenschaft wird dazu diesmal neben Werken von Bach Werke des bedeutenden modernen russischen Komponisten Alfred Schnittke aufführen.

Vor Beginn der "Geistlichen Morgenmusiken" (10 Uhr) führt der Künstlerische Leiter der Greifswalder Bachwoche, KMD Prof. Jochen A. Modeß, jeweils 9.45 Uhr in die jeweilige Bachkantate ein.

Montag, 31.5., 22 Uhr, Dom St. Nikolai

Nachtgebet

Alfred Schnittke (1934-1998): "Drei geistliche Gesänge"; Sanctus, Benedictus und Agnus Dei aus "Requiem" (1974/75); "Zwei kleine Stücke für Orgel"

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Choralsätze

Liturgie und Auslegung: Superintendent Rudolf Dibbern; Frank Dittmer, Orgel; Kammerchor des Instituts für Kirchenmusik und Musikwissenschaft; Leitung: Jochen A. Modeß

Dienstag, 1.6., 10 Uhr, Dom St. Nikolai

Geistliche Morgenmusik

Johann Sebastian Bach: Toccata und Fuge F-Dur, BWV 540; Kantate "Ein Herz, das seinen Jesum lebend weiß" (BWV 134)

Predigt: Pfarrerin Petra Huse; Frank Dittmer, Orgel; Saskia Klumpp, Alt; Ulrich Cordes, Tenor; Helga Günther, Orgelcontinuo; Kammerchor des Instituts für Kirchenmusik und Musikwissenschaft; Orchester der Greifswalder Bachwoche; Leitung: Jochen A. Modeß

Mittwoch, 2.6., 10 Uhr, Dom St. Nikolai

Geistliche Morgenmusik

Johann Sebastian Bach: Choralvorspiel "Christ lag in Todesbanden" BWV 718; Kantate "Christ lag in Todesbanden" BWV 4

Volker Bräutigam (geb. 1939): Toccata über das Kirchenlied "Christ lag in Todesbanden" (1982/1984)

Predigt: Pfarrerin Beate Mahlburg; Frank Dittmer, Orgel; Bozena Harasimowicz, Sopran; Saskia Klumpp, Alt; Reinhart Ginzel, Tenor; Johannes Happel, Bass; Helga Günther, Orgelcontinuo; Chor und Orchester der Greifswalder Bachwoche; Leitung: Jochen A. Modeß

Donnerstag, 3.6., 10 Uhr, Dom St. Nikolai

Geistliche Morgenmusik

Max Reger (1873-1916): Aus der Sonate Nr. II d-Moll, op. 60, Sätze 1 und 4

Johann Sebastian Bach: Kantate "Am Abend aber desselbigen Sabbats" BWV 42

Predigt: Prof. Dr. Christfried Böttrich; Johannes Gebhardt, Orgel; Bozena Harasimowicz, Sopran; Saskia Klumpp, Alt; Reinhart Ginzel, Tenor; Johannes Happel, Bass; Helga Günther, Orgelcontinuo; Chor und Orchester der Greifswalder Bachwoche; Leitung: Frank Dittmer

Freitag 4.6., 10 Uhr, Dom St. Nikolai

Geistliche Morgenmusik

Johann Sebastian Bach: Präludium a-Moll BWV 543; Kantate "Erfreut euch, ihr Herzen" BWV 66

Jean Langlais (1907-1991): Incantation pour un jour Saint (1949)

Predigt: Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit; Frank Dittmer, Orgel; Saskia Klumpp, Alt; Reinhart Ginzel, Tenor; Johannes Happel, Bass Anja Kuhlmann, Orgelcontinuo; Chor und Orchester der Greifswalder Bachwoche; Leitung: Jochen A. Modeß

Samstag 5.6., 10 Uhr, St. Marien

Geistliche Morgenmusik

Johann Sebastian Bach: Canzona d-Moll, BWV 588; Kantate "Ich lebe, mein Herze, zu deinem Ergötzen" BWV 145; Allabreve D-Dur BWV 589

Predigt: Pastorin Kathrin Oxen, Bützow; Wilfried Koball, Orgel; Johanna Winkel, Sopran; Saskia Klumpp, Alt; Reinhart Ginzel, Tenor; Johannes Happel, Bass; Helga Günther, Orgelcontinuo; Kantorei St. Marien und Orchester der Greifswalder Bachwoche; Leitung: Katharina Pohl

Sonntag 6.6., 10 Uhr, Dom St. Nikolai

Festgottesdienst

Johann Sebastian Bach: Oster-Oratorium BWV 249

Am Ostermorgen treffen vier Jüngerinnen und Jünger am leeren Grab aufeinander: Wie im Markusevangelium wollen Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, den Leichnam Jesu salben. Und Petrus und Johannes treffen wie im Johannesevangelium nach ihrem "Wettlauf" ein. In dieser Kombination ist die Szene nur in der Passions- und Oster-Harmonie des pommerschen Reformators Johannes Bugenhagen möglich, die zu Bachs Zeiten in jedem Gesangbuch abgedruckt war. Bachs Musik malt die Ereignisse plastisch aus: Das Eilen und Laufen der Jünger ebenso wie den wunderbaren Frieden in der zentralen Tenor-Arie "Sanfte soll mein Todeskummer": Die gläubige Seele besingt die Überwindung eigener Todesangst durch die Auferstehung Christi. "Es ist, als schaue man träumend über leichtbewegte Meereswogen nach den Gefilden der Ewigkeit aus." (Albert Schweitzer)

Predigt: Bischof Gerhard Ulrich, Kiel; Johanna Winkel, Sopran (Maria Jacobi); Saskia Klumpp, Alt (Maria Magdalena); Reinhart Ginzel, Tenor (Petrus); Johannes Happel, Bass (Johannes); Frank Dittmer, Orgel; Helga Günther, Orgelcontinuo; Chor und Orchester der Greifswalder Bachwoche; Leitung: Jochen A. Modeß

B. Wissenschaftliche Vorträge

Dienstag, 1. Juni, 11.30 Uhr; Konferenzzentrum im Hauptgebäude der Ernst-Moritz-Arndt-Universität

"...ich bin sicher, dass ich ihn lieben lerne ..." - Aspekte der Bach-Rezeption in Russland

Dr. Jana Zwetschke

Die Vortragende wurde 1975 in Russland geboren, durchlief bereits in jungen Jahren die sehr strenge russische Musikausbildung. Von 1990-92 studierte sie bereits das Fach Klavier an der Musikhochschule von Nowokusnetzk. Nachdem sie mit ihrer Familie nach Deutschland übersiedelte, absolvierte sie ihr Abitur und setzte daran anschließend ihr Musikstudium in den Fächern Klavier und Musiktheorie und Tonsatz an der Musikhochschule Detmold fort, welches sie 2000/2001 abschloss. Weiterhin studierte sie Musikwissenschaft und Slawistik und promovierte anschließend im Fach Musikwissenschaft mit einer Dissertation über die Bach-Rezeption in Russland. Derzeit ist sie Lehrbeauftragte für Musikwissenschaft und Russisch an der Folkwang Universität (Essen) mit. Unter ihrem russischen Namen Jana Prjaschennikowa bildet sie als Pianistin gemeinsam mit ihrem Mann Volker Zwetschke das Duo "INVIA". Zu hören am Dienstag, 1.6., 16 Uhr in St. Jacobi mit Klaviermusik zu vier Händen, u.a. von Bach, Beethoven, Rimski-Korsakov und Mussorgski.

Freitag, 4. Juni, 11.30 Uhr; Aula im Hauptgebäude der Ernst-Moritz-Arndt-Universität

"Eine unerschöpfliche Quelle gestaltender Kraft" - Bachs Erbe im Schaffen Dmitri Schostakowitschs - Vortrag mit Musik

Ekkehard Ochs, Vortrag; Johannes Gebhardt, Klavier

Der Vortragende wirkte von 1965 bis 1969 als Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Musikpädagogik der Universität Greifswald, von 1969 und bis 2003 ebenda als Universitätsmusikdirektor. Seine musikpublizistische Tätigkeit umfasst Veröffentlichungen zur Musik des 20. Jahrhunderts, zu Pommern und zum Ostseeraum, sowie die Mitherausgabe der "Greifswalder Beiträge zur Musikwissenschaft". Ekkehard Ochs ist Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Gesellschaften sowie Präsidiumsmitglied des Landesmusikrates MV.

Sonntag, 6. Juni, 12 Uhr; Konferenzraum im Hauptgebäude der Universität

"Die Erde mit dem Himmel verbinden" - Zu Sofia Gubaidulinas Johannes-Passion und Johannes-Ostern

Hans-Ulrich Duffek

Der Vortragende studierte nach Absolvierung einer Dolmetscherprüfung für Russisch von 1975 bis 1981 an der Musikhochschule Hannover Schulmusik, Musikwissenschaft, Klavier und Pädagogik sowie an der Universität Hannover Anglistik. Daneben war er tätig als Klavierpädagoge, Oratoriensänger, Chor- und Kammermusikbegleiter sowie als Organist. Seit 1982 war Hans-Ulrich Duffek im Hamburger Musikverlag Sikorski als Lektor und Promotion-Manager tätig, ab 1992 als Verlagsdirektor. Seit 1998 leitet er hier die Abteilung Ernste Musik. Von ihm stammt die deutsche Fassung der Russischen Klavierschule und die deutschsprachige Version von Sofia Gubaidulinas Passions- und Auferstehungsoratorium nach Johannes.

C. Mitmach-Projekte zu den Bach-Kantaten

Für alle Sängerinnen und Sänger, die Noten lesen können und im Chor der Greifswalder Bachwoche bei den Bachkantaten mitsingen möchten, bietet der Künstlerische Leiter, KMD Prof. Jochen A. Modeß im Lutherhof, Lutherstr. 8, Mitsingeproben an den Vorabenden an.

Dienstag, 1.6., 18 Uhr Mitsingeprobe für Kantate "Christ lag in Todesbanden" BWV 4 vom Mittwoch

Mittwoch, 2.6., 18 Uhr Mitsingeprobe für Kantaten "Am Abend aber desselbigen Sabbats" BWV 42 vom Donnerstag und "Erfreut euch, ihr Herzen" BWV 66 vom Freitag

Donnerstag, 3.6., 18 Uhr Mitsingeprobe für Kantate "Erfreut euch, ihr Herzen" BWV 66 vom Freitag

Freitag 4.6., 18 Uhr Mitsingeprobe für Oster-Oratorium BWV 249 vom Sonntag

Samstag 5.6., 18 Uhr Mitsingeprobe für Oster-Oratorium BWV 249 vom Sonntag

Zurück