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Orgelkonzert, Klavierkonzert, Kammerkonzert und Evensong
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Reverend Ben Whitmore, Wolverhampton
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Gregor Szramek
Solist der mitternächtlichen "Meditativen Musik zum Tagesausklang"

65. Greifswalder Bachwoche "eng-e-lisch" am Freitag, 24. Juni 2011

Heimliche Royalisten können sich am Freitagabend, 24. Juni, 22 Uhr, im Greifswalder Dom einmal so richtig die Seele wärmen. Denn im "Liturgischen Nachtgebet" wird ganz offiziell auch für die englische Königin gebetet: "O Lord, save the Queen"! Die traditionelle Abendmahlsfeier der Bachwoche wird diesmal ganz nach dem Vorbild des anglikanischen "Evensong" gestaltet und von einem eigens aus England eingeflogenen anglikanischen Priester geleitet! Im Jubiläums-Programmheft der Bachwoche (230 Seiten mit vielen Informationen und den Texten aller Veranstaltungen für nur einen Euro!) ist die Liturgie zweisprachig englisch/deutsch abgedruckt. Die deutsche Übersetzung der - ebenfalls englischen! - Predigt von Reverend Ben Whitmor aus Wolverhampton gibt es aktuell als Beizettel in deutscher Übersetzung. Dazu viel englische Chormusik von Purcell bis Britten.

Am liturgischen Anfang des Johannistages (24. Juni) steht in der "Geistlichen Morgenmusik" um 10 Uhr im Dom Bachs Johanniskantate "Freue dich, erlöste Schar" (BWV 30), deren gleichnamigen strahlenden Eingangschor Albert Schweitzer "zu den hinreißendsten Stücken, die Bach je geschrieben hat" zählte. Die Predigt hält Pfarrer Michael Mahlburg aus der benachbarten Jacobi-Gemeinde.

Viele längjährige Bachwochenkenner wird das anschließende Orgelkonzert im Dom um 11 Uhr erfreuen, bringt es doch die Wiederbegegnung mit dem langjährigen Domorganisten Gerhard Kaufeld. Er stellt vielfach unbekannte Orgelmusik von englischen Komponisten des 18. bis 20. Jahrhunderts vor.

Der Nachmittag beschert eine plötzliche Programmänderung, die ja immer zwei Seiten hat: Bedauerlich ist, dass der Klaviernachmittag 16 Uhr in der Aula der Universität mit vier "Englischen Suiten" Bachs wegen einer Erkrankung des Pianisten Frank-Immo Zichner nicht in der angekündigten Form stattfinden kann. Erfreulich ist, dass das geänderte Programm von gleich zwei exzellenten Vertreterinnen dargeboten wird, den japanischen Pianistinnen Nanase Arakawa (Englische Suite g - Moll) und Aya Matsushita (Französische Ouverture h - Moll und das berühmte "Jesu meine Freude" in der Bearbeitung von Myra Hess).

Zuvor ist ein interessanter, eintrittfreier und auf Begegnung ausgerichteter Farbpunkt der Bachwoche auch das Vorspiel auf Kopien historischer Tasteninstrumente in der Domstr. 13 um 15 Uhr. Es spielt der Greifswalder Kantor und landeskirchliche Orgelsachverständige Stefan Zeitz, dazu gibt es fachkundige Auskünfte vom Instrumentenbauer Markus Worm.

Die traditionelle "Große Kammermusik" um 20 Uhr in St. Jacobi bietet mit der "Air" aus der Dritten Orchestersuite ebenfalls ein populäres Bach-Werk, dazu eine Solo-Kantate Bachs ("Jauchzet Gott in allen Landen", BWV 51) und Werke Vivaldis und englischer Komponisten.

"Meditative Musik zum Tagesausklang" gibt es wie immer im Dom St. Nikolai, 24 Uhr: Gregor Szramek, Violoncello, spielt eine der sechs Cellosuiten Johann Sebastian Bachs.

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