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Bachwochenende: Jugendtanzprojekt, Belgische Bach-Essenz, Buxtehude-Kantaten, Mitternachtsorgel, Jazz, Geistliche Lieder, h-Moll-Messe und eine Bischöfin
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Festgottesdienst im Dom St. Nikolai

bei der 66. Greifswalder Bachwoche "Bach und der ganze Norden" (4.-10.6.2012)

Für viele ist es das größte Werk Johann Sebastian Bachs: die h-Moll-Messe. Sie wird am Sonntag, 10.6., 20 Uhr, im Dom St. Nikolai als Höhepunkt und Abschluss der Greifswalder Bachwoche aufgeführt.

Wer überraschend Neues zur Entstehung dieser "großen catholischen Messe" Bachs erfahren möchte, sollte dem Vortrag von Prof. Dr. Matthias Schneider lauschen (10.6., 12 Uhr, Konferenzraum im Hauptgebäude der Universität). Prof. Schneider wird als Organist nachts zuvor (9.6., 24 Uhr) im mitternächtlichen Orgelkonzert im Dom St. Nikolai Bach selbst und seine norddeutschen Lehrer zu Gehör bringen.

Am Sonntag, 10.6., gibt es zwischen Vortrag und Aufführung ein Kammerkonzert mit Liedern und Kantaten des 17. und 18. Jahrhunderts: "Bach und die Norddeutschen" (Kirche Wieck, 16 Uhr), gewohnt meisterlich dargeboten von einem Kammermusikensemble um Prof. Siegfried Pank.

Ebenso hohen Genuss verspricht das Kammerkonzert "Bach'sche Essenz" am 9.6., 16 Uhr, in St. Jacobi mit Werken von Vater und Sohn Bach (Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel) mit dem belgischen Streichorchester "Les Muffatti?.

Am Samstagabend, 9.6., steht um 20 Uhr im Dom St. Nikolai das Konzert Dieterich Buxtehude: "Membra Jesu nostri" im Mittelpunkt. In diesem Zyklus von sieben Concerto-Aria-Kantaten hat jede der Kantaten einen Körperteil des leidenden Jesus am Kreuz zum Thema: die Füße, die Knie, die Hände, die Seite, die Brust, das Herz und zuletzt das Gesicht. Der ganze Zyklus ist geprägt von intensivem Ausdruck und großer Hingabe - und korrigiert so das gängige Bild vom nüchternen protestantischen Norden!

Auch das Jazz-Konzert am 9.6., 22 Uhr, in St. Jacobi ist geeignet, irrige Vorstellungen vom "Festival Geistlicher Musik" zu korrigieren: "Chattin' with Bach" zeigt, dass Bachs Werk bis heute ständig zu Umarbeitung und Neufassung herausfordert. Das Extra: Es handelt sich hierbei um ein "Record-Release-Concert". Die neue CD des Quartetts um Daniel Schmahl und Johannes Gebhardt wird hier der Öffentlichkeit vorgestellt!

Genauso ungewöhnlich für manchen, aber doch schon eine kleine Bachwochen-Tradition: Das Jugend-Tanzprojekt unter Leitung von Sabrina Sadowska vom BallettVorpommern. Diesmal tanzen Greifswalder Jugendliche "Romeo und Julia" (9.6., 12 Uhr, Dom St. Nikolai). Die alte Geschichte um eine Liebe, die nicht sein darf, von jungen Menschen heute für sich wiederentdeckt - schon das ist etwas Besonderes. Noch mehr rührt an, wie die jungen Tänzerinnen und Tänzer das Drama gemeinsam mit exzellenten Musikern gestalten. Eine musikalische Besonderheit gibt es auch: Die Musik stammt nicht nur von Bach, Vivaldi und zeitgenössischen skandinavischen Komponisten wie Arvo Pärt, sondern auch von den Beatles - "A Hard Day's Night" oder "Eight Days a Week" als "Concerto Grosso" im Stile Vivaldis aufgeführt vom Bachwochenorchester, das ist für dessen Musiker vom Kammerorchester der Komischen Oper Berlin auch ein ganz spezielles Bachwochen-Vergnügen!

Am Anfang jedes Tages, 10 Uhr, steht die "Geistliche Morgenmusik" (9.6., St. Marien, Predigt: Bischöfin Kirsten Fehrs, Hamburg) bzw. der Festgottesdienst (10.6., Dom St. Nikolai, Predigt: Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit, Greifswald)

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