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Donnerstag: Schleswiger Predigt, dänische Schildbürger, Greifswalder Komponisten und "Hamburger Ebb' und Flut"!
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KMd Prof. Jochen A. Modeß leitet
die Kinderkonzerte der
Greifswalder Bachwoche
(Foto: Rainer Neumann)

bei der 66. Greifswalder Bachwoche "Bach und der ganze Norden" 4. Juni - 10. Juni 2012

Die Geistliche Morgenmusik am 7. Juni beginnt mit einer Kantate des 22jährigen Johann Sebastian Bach, die er zur Hochzeit jenes Pastors Johann Lorenz Stauber komponiert hat, der ein Jahr zuvor ihn selbst und Maria Barbara getraut hatte: "Der Herr denket an uns" (BWV 196), Beginn 10 Uhr, Dom St. Nikolai. Die Predigt in dieser Geistlichen Morgenmusik hält der Bischofsbevollmächtigte Gothart Ma-gaard, Schleswig (Sprengel "Schleswig und Holstein" der Nordkirche).

Danach wird es wuselig im Dom. Hunderte Kinder kommen dann wieder als Gäste zu den beiden Kinderkonzerten um 11.30 Uhr und um 15 Uhr. Aber auch für Erwachsene ist das ein heiteres Musik-Ereignis. Die rund 50 Kinder der Domkinderchöre bringen unter Leitung von KMD Prof. Jochen A. Modeß ein ganz besonderes Völkchen aus dem Norden auf die Bühne: "Die Leute von Mols". Die Einwohner dieses Städtchens in Ostjütland sind für unsere dänischen Nachbarn das, was für uns die Schildbürger sind. Dänische Schildbürger treiben naturgemäß eher maritime Dummheiten: So wird ein staunend betrachtetes Beiboot im Schlepptau eines großen Segelschiffes als das "Kind vom großen Schiff" erkannt, günstig aufgekauft und soll auf einer guten Weide zum großen Pott heranwachsen! Das und mehr in kindgerechte Verse gesetzt und von begeisterten Kindern gesungen und szenisch aufgeführt - da ist was los im Dom! Und nicht genug damit zeigen die kleinen Talente auch noch, dass sie sogar tanzen können!

Die Greifswalder Sopranistin Mechthild Kornow demonstriert mit ihrem Liederprogramm "Ein Singen, ein Klingen in jauchzender Freud - Greifswalder Lieder", dass Greifswald nicht nur als Bachwochenstadt, sondern auch als Heimstatt vieler Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts ein nicht unbedeutendes Musikzentrum ist. Das Konzert beginnt in St. Spiritus um 16 Uhr.

Die traditionelle Große Kammermusik (St. Jacobi, 20 Uhr) mit dem Kammerorchester der Komischen Oper Berlin wird nicht nur gewohnt virtuos mit Werken Johann Sebastian Bachs (Brandenburgisches Konzert Nr. IV G-Dur, BWV 1049) verzaubern, sondern auch eine ganz besondere nördliche Perspektive bieten. So beschreibt Georg Philipp Telemanns 1723 komponierte Wassermusik für die Hamburger Admiralität, ("Hamburger Ebb'und Fluth") die unterschiedlichen Stimmungen des Elbestromes auf musikalische Weise. Seine Orchestersuite besteht aus Tänzen, in denen Wassernymphen, Meeresgötter und Winde ihr vergnügliches Spiel treiben.

Zu später Stunde bietet das liturgische "Nachtgebet" (22 Uhr, Dom St. Nikolai) Außergewöhnliches: Wann erlebt man schon "Scat-Singing" in kirchenmusikalischen Kompositionen, also jene spezielle Form des Jazz-Gesangs aus rhythmisch und melodisch aneinandergereihten Silbenfolgen ohne Wort-bedeutung und ohne zusammenhängenden Sinn? Der Komponist Bent Peder Holbech hat dieses Werk mit Jugendchören auf der Insel Bornholm entwickelt. Liturgische Leitung und Predigt liegen übrigens bei einem Pommern im Kieler Nordkirchenamt: OKR Ulrich Tetzlaff, zuvor Greifswalder Superintendent.

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