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Bachwochenfreitag, 8. Juni 2018: Sinfoniekonzert, Matthäuspassion und Jazz
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Johannes Gebhardt

Die Geistliche Morgenmusik um 10 Uhr im Dom St. Nikolai ist ein Gottesdienst. Daher gibt es neben der täglichen Bachkantate auch eine Predigt. Diesmal hat der Bachwochenleiter KMD Prof. Jochen A. Modeß als Dirigent der Kantatenaufführung nicht nur für die Musik gesorgt, sondern indirekt auch für die Predigt: Die halten nämlich Sohn und Schwiegertochter...

Das Greifswalder UniversitätsSinfonieOrchester wurde von Jochen A. Modeß gegründet und in den ersten zehn Jahren seines Bestehens auch von ihm betreut. Während dieser Zeit wurden auch die "Greifswalder Aspekte" des Orchesterleiters zur Uraufführung gebracht, geschrieben zur 750-Jahr-Feier unserer Hansestadt. Mit Dienstantritt des Universitätsmusikdirektors Harald Braun übernahm dieser die Orchesterleitung. Im Sinfoniekonzert des "USO" in St. Jacobi um 16 Uhr dirigiert er neben der erwähnten musikalischen Liebeserklärung an Greifswald, für die Bläserabteilung des Orchesters komponiert, das Streichorchester mit Bachs Violinkonzert E-Dur sowie das komplette Sinfonieorchester mit der "Italienischen" Sinfonie von Mendelssohn.

Um 18 Uhr sind wieder spontane Chorsängerinnen und -sänger zur Mitsingprobe in den Lutherhof eingeladen, Martin-Luther-Straße 8 (Achtung! Wegen Straßenbauarbeiten Zugang nur von der Bahnhofstraße aus!). Mit dieser Probe besteht die Gelegenheit, am nächsten Morgen im Projektchor gemeinsam mit hervorragenden Solisten und den Musikern des Kammerorchesters der Komischen Oper Berlin die Kantate des Tages aufzuführen.

Die große musikhistorische Tat von Felix Mendelssohn Bartholdy ist die Wiederaufführung von Bachs Matthäuspassion 1829 in Berlin. Um die Aufführbarkeit des Werkes zu ermöglichen, nahm Mendelssohn einige Kürzungen und Uminstrumentierungen vor, genau wie später in etwas abgewandelter Weise für die Aufführung 1841 in Leipzig. Heute sind beide Fassungen dank umfangreicher Forschungen nachvollziehbar - die Aufführung um 20 Uhr im Dom St. Nikolai verfolgt einen Mittelweg der beiden Ansätze. Arien wurden gestrichen oder anderen Solisten zugeordnet und auf Choräle verzichtet. Und der Bachwochenleiter wird wie weiland Mendelssohn Chor, Orchester und Solisten vom Hammerflügel aus im Sitzen dirigieren.

Kaum zu glauben, aber am Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft der Universität Greifswald kann man auch Jazzpiano studieren! Der darin absolut versierte Hochschullehrer Johannes Gebhardt unterrichtet auch Cembalo und Orgel und verbindet gern das Eine mit dem Anderen. Mit den Jazzern des Daniel-Schmahl-Quintetts spielt er Orgel und wie ein guter Kirchenmusiker Bach, aber so groovig haben Sie etwa Bachs "Dorische Toccata" oder den Schluss-Satz von Bachs Brandenburgischem Konzert Nr. 2 noch nie gehört: "Chattin' with Bach", Beginn 22.30 Uhr in St. Jacobi.

Im Dom St. Nikolai gibt es um 24 Uhr die allmitternächtliche "Meditative Musik zum Tagesausklang" mit der Sonate D-Dur für Orgel op. 65, Nr. 5 MWV W 60 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Es spielt Landeskirchenmusikdirektor Prof. Frank Dittmer.

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