AKTUELLES

Sonntag: Festgottesdienst mit Brunch, höfischer Zeitvertreib und Finale mit Honeggers "Roi David"
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Greifswalder Domchor
singt Arthur Honeggers
"König David" im Finale der
Greifswalder Bachwoche
Foto: Rainer Neumann
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Modern Barock Ensemble
Sint-Niklaas Belgien
tanzt zur Musik am Hofe
Ludwigs XIV.
höfische Tänze
Foto: Dirk Haase

9.15 Uhr, St. Marien
Turmblasen

10 Uhr, St. Marien
Festgottesdienst
Johann Sebastian Bach: Gott fähret auf mit Jauchzen BWV 43

Der Text der zweiteiligen Himmelfahrtskantate BWV 43 bietet eine Fülle alttestamentlicher Zitate, die nach alter christlicher Auslegung allegorisch auf die Himmelfahrt Christi gedeutet werden. Das alles wird ebenso beziehungsreich musikalisch ausgeschmückt: "Natürlich stellt Bach das 'Auffahren' in kühn aufstrebenden Linien dar", schreibt Albert Schweitzer über die Einleitung der oboenverstärkten Streicher zum ersten großen Chorsatz der Kantate. "Die Hauptfigur der Violinen durchmisst in vier Takten zwei Oktaven." Der Förderverein von St. Marien lädt im Anschluss an den Festgottesdienst zu einem Benefiz-Brunch in der Eingangshalle von St. Marien ein. Viele fleißige Helfer beteiligten sich liebevoll an der Vorbereitung dieses Brunchs. Der Förderverein hofft auf zahlreiche Spenden. Sie dienen der dringenden Sanierung der Kirche St. Marien.

Predigt: Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit
Liturg: Dr. Bernd Magedanz
Frank Dittmer, Orgel
Christine Wolff, Sopran
Bogna Bartosz, Alt
Ulrich Cordes, Tenor
Johannes Happel, Bass
Helga Günther, Orgelcontinuo
Leitung: Jochen A. Modeß
concertPate Gesellschaft zur Förderung der Greifswalder Bachwoche e.V.

12.00 Uhr, Konferenzraum der Universität
Drame biblique, Psaume Symphonique, Oratorium?
Zur Konzeption von Arthur Honeggers - Le Roi David
Vortrag

Dr. Martin Loeser, Musikwissenschaftler am Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft der Universität Greifswald

Der "König David" ist eines der meistgespielten oratorischen Werke des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 1921 hatte Honegger das Stück gemeinsam mit dem Dichter Rene Morax zunächst als viereinhalbstündiges "biblisches Drama" konzipiert, arbeitete das Werk aber schon 1922 zu einem "sinfonischen Psalm" von ca. 70 Minuten Dauer um. Ob ihn dazu die teilweise heftigen Angriffe in der Presse bewogen oder er sich mit einem Konzertstück dauerhaft einfach größeren Erfolg erhoffte, dies ist unklar. Jedenfalls steht schon die ursprüngliche Fassung mit ihren Psalmen, einfachen strophischen Formen und sehr kurzen Solo- und Chorsätzen im Gegensatz zur komplexen Struktur der Musikdramen des langen 19. Jahrhunderts. Honeggers Werk reiht sich damit ein in die Bestrebungen nach einer "mittleren Musik", die zwischen sogenannter absoluter Musik und Trivialmusik angesiedelt ist.

16.00 Uhr, Aula der Universität
Konzert 17
Divertissement Royaux
Musik und Tanz am französischen Hof

Der Hof Ludwig XIV. in seinem Glanz war Vorbild für alle europäischen Höfe in der Barockzeit. Der König selbst musizierte und tanzte und so gehörten Tanz und Musik ganz selbstverständlich zum höfischen Tagesablauf. Im heutigen Konzert erklingen "Divertissements" in kleinen kammermusikalischen Besetzungen: So die "Trios pour le coucher du roy" - eine Sammlung abendlicher Unterhaltungsmusik von Lully, die um 1670 für den König entstand. Diese Trios wurden vor den Gemächern des Königs zum Einschlafen gespielt. Jahrzehnte später (Ludwig XIV. regierte 1661-1715) komponierte Couperin für den König. Seine "Concerts royaux", 1714/15 entstanden, haben eine unterhaltende, graziös- charmante Art, die der nun über siebzigjährige Sonnenkönig schätzte. Der Tanz am Hofe Ludwig XIV. beruhte auf den für den Ballsaal konzipierten Tanzformen und Schrittfolgen, wurde aber durch virtuose Ornamente bereichert. Der so stilisierte Tanz erreichte einen gestischen und mimischen Ausdruck, der dem eher funktionalen Gesellschaftstanz im Ballsaal kaum mehr ähnelte. Historische Tänze basieren oft auf Kreisformen (Reigen), der Gasse (Longway) oder folgen wie in Versailles ganz eigenen Choreographien. Für unser heutiges Programm wurden neue Choreographien ganz im Stil der Zeit für das Ensemble der Tänzerinnen und Tänzer in historischen Kostümen geschaffen.

vent et cordes - Ensemble für Alte Musik Schwerin
mit:
Silke Thomas-Drabon, Traversflöte und Musette
Gudrun Bassarak, Traversflöte und Blockflöten
Uta Wendorf, Cembalo
Tilman Köhler, Viola da gamba

Modern Barock Ensemble, Sint-Niklaas Belgien
Künstlerische Leitung: Prof. Ingolf Collmar, Potsdam

20.00 Uhr, St. Marien
Konzert 18
Finale
Francis Poulenc (1899-1963)
Konzert für Orgel, Streicher und Pauken g-Moll FP 93
Frank Martin (1890-1984)
Sechs Monologe aus "Jedermann" für Bariton und Orchester
Arthur Honegger (1892-1955)
Le Roi David - König David

Mit Francis Poulencs Konzert für Orgel, Streicher und Pauken (Auftragswerk einer Prinzessin, Hommage a Bach!) und Arthur Honeggers König David stehen zwei überaus erfolgreiche Kompositionen des 20. Jahrhunderts auf dem Programm, die aus dem Umfeld des sogenannten "Groupe de Six" stammen. Einen Kontrast zur Königsthematik bilden die von Frank Martin vertonten Jedermann-Monologe des Dichters Hugo von Hofmannsthal, der sich jedoch durch die verbindenden menschlichen Nöte in beiden Texten relativiert.

Christine Wolff, Sopran
Bogna Bartosz, Alt
Ulrich Cordes, Tenor
Johannes Happel, Bass
Matthias Schneider, Orgel
Johannes Michael Modeß, Sprecher
Greifswalder Domchor
Orchester der Greifswalder Bachwoche
Jochen A. Modeß
concertPate MMZ Möbel&Mehr

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