AKTUELLES

Samstag: Prinzenpredigt, Tanzprojekt, Dixit Dominus, großes Psalmenchortreffen und Orgel zur Nacht
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Late Night Singers Greifswald
Leitung: Dr. Sigrid Biffar
Nacht der Psalmen
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Pfarrer Philip Kiril von Preußen
Prediger in der Geistlichen Morgenmusik
Foto: dpa (K.H.Schindler)

9.45 Uhr, St. Marien
Einführung in die Morgenmusik

10.00 Uhr, St. Marien
Geistliche Morgenmusik
Johann Sebastian Bach: "Lobe den Herren den mächtigen König der Erden" BWV 137

Für diese Choralkantate zum 12. Sonntag nach Trinitatis wurde der Text des Liedes von Joachim Neander "Lobe den Herren" (EG 317) aus dem Jahr 1680 unverändert übernommen. Auch an der Melodie (vor genau dreihundertfünfzig Jahren in den Noten eines Stralsunder Gesangbuches erstmals nachweisbar!) orientiert sich Bach durchgehend, aber doch auf eigene Weise: Bach formt daraus kompositorisch ein fünfsätziges, symmetrisches Gebilde, "in dem die vorgegebene Liedmelodie nach der Mitte zu immer individuellere Züge" annimmt (Alfred Dürr). Bemerkenswert ist auch die Person des Predigers in diesem Gottesdienst: Die 69. Greifswalder Bachwoche "Königsmusik" (15.-21.6.2015) hat passend zum Thema einen Hohenzollern-Prinzen eingeladen, Aber anders als andere Festivals hat der royale Glanz beim "Festival Geistlicher Musik im Norden" eine verkündigende Funktion. Philip Kiril von Preußen, Ururenkel des letzten deutschen Kaisers und preußischen Königs (damit auch des letzten pommerschen Monarchen) ist evangelischer Pfarrer. Statt Sektempfang steht bei seiner Bachwochen-Visite eine Predigt auf dem Programm.

Predigt: Pfarrer Philip Kiril von Preußen
Wilfried Koball, Orgel
Christine Wolff, Sopran
Bogna Bartosz, Alt
Ulrich Cordes, Tenor
Johannes Happel, Bass
Helga Günther, Orgelcontinuo
Kantorei St. Marien
Leitung: Silvia Treuer
concertPate Gesellschaft zur Förderung der Greifswalder Bachwoche e.V.

12.00 Uhr, Maritimes Jugenddorf Wieck
Tanzprojekt
Suche nach dem Königsweg

Die ehemalige Tänzerin des BallettVorpommern Barbara Buck entwickelte - unter anderem inspiriert von Samuel Becketts Theaterstück "Kommen und Gehen" - gemeinsam mit der Klasse 7a des Greifswalder Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums eine humorvolle Collage getanzter Bilder, in denen die SchülerInnen ihre ganz eigenen Erfahrungen mit Dreierkombinationen ausdrücken. Was dabei herausgekommen ist, präsentieren die 24 Mädchen und Jungen in Begleitung des Bachwochen-Orchesters an einem hoffentlich strahlenden Junitag Open-Air im Greifswalder Fischerdorf Wieck sowie im Juli im Theater Vorpommern.

Schülerinnen und Schüler der Klasse 7a des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums
Choreografie und Inszenierung: Barbara Buck
Orchester der Greifswalder Bachwoche
Leitung: Jochen A. Modeß
Eine Produktion der Greifswalder Bachwoche und des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Kooperation mit dem Theater Vorpommern.
Weitere Vorstellung: 14. Juli 2015, 10.30 Uhr, Theater Vorpommern, Großes Haus Greifswald
concertPate AEN Veranstaltungstechnik GmbH

16.00 Uhr, Kirche in Wieck
Konzert 14
Georg Friedrich Händel (1685-1750):
Dixit Dominus HWV 232

Händels Vertonung vom Psalm "Dixit Dominus" - in der Vulgata-Zählung Psalm 109, nach Luther Psalm 110, gern mit der Überschrift "Der Priesterkönig" - ist das umfangreichste, wohl auch bedeutendste Werk der lateinischen Kirchenmusik innerhalb seines Schaffens. Es handelt sich um ein Jugendwerk, vollendet im April 1707 in Rom, das eine erstaunliche Meisterschaft des gerade 22jährigen Komponisten aufweist. Das Werk besticht durch eine ungeheure Ausdruckskraft, eine bemerkenswerte Beherrschung der großen Form und einer Dichte des polyphonen Gewebes, die in späteren Chorsätzen des Meisters nicht mehr allzu häufig zu finden ist. Die Aufführung wird in der Manier Händels mit einem Orgelkonzert (in der dem Hauptwerk entsprechenden Tonart!) eingeleitet.

Christine Wolff, Sopran
Mechthild Kornow, Sopran
Bogna Bartosz, Alt
Ulrich Cordes, Tenor
Johannes Happel, Bass
Helga Günther, Orgelcontinuo
greifvocal
Orchester der Greifswalder Bachwoche
Orgel und Leitung: Jochen A. Modeß

20. 6., 18.00 Uhr, Lutherhof
Mitsingeprobe: Bachkantate 43: "Gott fähret auf mit Jauchzen"
Aufführung ?m Festgottesdienst am Sonntag

St. Marien, 20.00 Uhr
Konzert 15
Nacht der Psalmen

Großes Chorkonzert mit acht Chören aus der Region mit rund 250 Mitwirkenden

Viele der Psalmen aus dem"Gesangbuch der Bibel" werden dem König David zugeschrieben, der sie zur Harfe gesungen haben soll. So beginnt unsere Psalmennacht mit einem solchen Davidspsalm mit Harfenbegleitung, um dann einen Einblick in den Reichtum der Psalmvertonungen zu geben, von Chorwerken in verschiedenen Besetzungen bis zum großen Orgelpsalm. Die Bachwoche dankt den Gastchören, die dem Aufruf gefolgt sind, diese Psalmennacht mitzugestalten und sich in die Aufführung des abschließenden mehrchörigen 136. Psalms aus den "Psalmen Davids" von Heinrich Schütz einzubringen.

Einer der beteiligten Chöre sind die "Late Night Singers", zweiundzwanzig junge Leute aus Greifswald, die sich innerhalb kurzer Zeit zu einem Ensemble mit Ausstrahlung entwickelt haben. Geleitet wird der Chor von keiner geringeren als der "Landeschorleiterin" des Chorverbandes Mecklenburg-Vorpommern - nur eines der vielen musikalischen Ämter, die die Greifswalder Zahnmedizinerin Dr. Sigrid Biffar inne hat. Bei ihr ist die Musik Familientradition. Alle Vorfahren väterlicherseits bis ins 18. Jahrhundert haben musikalische Berufe ausgeübt. Auch ihr Vater war Kirchenmusiker und Komponist. So hatte sie schon als Vierjährige ihren ersten Gesangs-Auftritt. Neben dem Klinikdienst wirkt Sigrid Biffar als ausgebildete C-Kirchenmusikerin - sowohl mit Zertifikat der lutherischen Nordkirche als auch des katholischen Erzbistums Hamburg. "Ich bin eben die lebende Ökumene", lacht die aus Hessen stammende Katholikin und zählt weitere musikalische Wirkungsfelder auf: Als Ensemblemitglied im Greifswalder Kammerchor "greifvocal" und im Frauen-Chor-Ensemble St. Nikolai Greifswald, gelegentlich im Domchor St. Nikolai, als Solistin (Mezzosopran) und eben als inspirierende Chorleiterin sowohl des "großen" Chores am sozio-kulturellen Zentrum St. Spiritus Greifswald als auch dessen "Nachwuchsabteilung", den "Late Night Singers". Deren Repertoire ist umfassend: von der Renaissance über Motetten der Romantik bis Pop - letzteres in anspruchsvollen Arrangements des für spritzige Chorsätze bekannten Hannoveraner Arrangeurs Oliver Gies. Dass Singen im Chor auf hohem Qualitätsniveau gerade auch jungen Leuten Spaß macht, ist hier unmittelbar zu spüren. Und für die Nacht der Psalmen erarbeiten sich die jungen Sängerinnen und Sänger unter Sigrid Biffars Leitung wieder etwas begeisternd Neues: Zeitgenössische Psalmvertonungen von Heinrich Kaminski und Vytautas Miskinis.

Rebekka Frömling, Harfe
Domkinderchor Greifswald,
Leitung: Eva Christiane Schäfer
Elisabeth Ott, Sopran
Late Night Singers,
Leitung: Sigrid Biffar
St. Marien Kantorei Anklam
Martin Robert Schulz, Klarinette
Olga Bille, Klavier
Leitung: Ruth-Margret Friedrich
Georg Wagner, Tenor
Greifswalder Domchor,
Leitung: Jochen A. Modeß
Johannes Gebhardt, Orgel
Benjamin Saupe, Orgel
Chor an St. Marien Bergen auf Rügen
Leitung: Frank Thomas
Kammerchor St. Nikolai Stralsund,
Leitung: Matthias Pech
FrauenChorEnsemble St. Nikolai,
Leitung: Frank Dittmer
Kantatenchor Waren,
Leitung: Christiane Drese
concertPate Getränke Nordmann GmbH

24.00 Uhr, St. Marien

Konzert 16
Orgelkonzert
Johann Sebastian Bach (1685-1750): Aus "Musikalisches Opfer" BWV 1079

"Notulis crescentibus crescat Fortuna Regis" - wie die Noten anwachsen, so wachse auch das Glück des Königs. Mit dieser Beischrift hat Bach den Canon per Augmentationem im Widmungsexemplar des Musikalischen Opfers an König Friedrich II. von Preußen versehen. Die Augmentation (=Vergrößerung) der Noten steht für das Glück des Königs, das beständig wachsen möge. Auch wenn die meisten Interpreten des Musikalischen Opfers es angesichts des kunstvoll-komplexen musikalischen Satzes dabei bewenden ließen, die beiden Stimmen, die das königliche Thema umspielen, in zwei verschiedenen Mensuren zu spielen - die obere halb so schnell wie die untere, scheint dies noch nicht dem vollen Sinn der Komposition zu entsprechen. Bach hat nicht von ungefähr vom "Wachsen" gesprochen - die Notenwerte sollen im Verlauf der Komposition anwachsen, so wie auch das Glück des Königs wachsen soll. Die heutige Aufführung bietet daher eine Auflösung des Kanons, bei der die Notenwerte beständig wachsen - bis die Komposition vor lauter langen Notenwerten beinahe zum erliegen kommt. Beim Canon per tonos dürfen Sie sich daran erfreuen, wie sich die Modulationen so hinaufschrauben, dass spürbar wird, wie der Ruhm des Herrschers aufsteigen soll: "Ascendenteque Modulatione ascendat Gloria Regis".

Matthias Schneider, Orgel

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