AKTUELLES

Donnerstag: Morgenstern, Kindermusical, Königliche Trompeten, Königssinfonien, königlicher Humor und das "Königsthema" zum Gedenken an einen Märtyrer
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Kinder der Domkinderchöre mit Leiterin
Eva-Christiane Schäfer

9.45 Uhr, St. Marien
Einführung in die Morgenmusik

10.00 Uhr, St. Marien
Geistliche Morgenmusik
Johann Sebastian Bach: Kantate "Wie schön leuchtet der Morgenstern" BWV 1

Neben den Text der Kantate BWV 1 sollte man sich das Gesangbuch legen, denn sie ist die letzte aus Bachs "Choralkantatenjahrgang" 1724/25, erstmals aufgeführt zum Fest Mariä Verkündigung am 25. März 1725. Vorlage der Kantaten dieses Jahrgangs ist immer ein bekannter Choral, über den dann wohl auch im Gottesdienst gepredigt wurde. Hier ist es Philipp Nicolais "Wie schön leuchtet der Morgenstern" (EG 70) von 1599, ein frühes Beispiel jener gefühlsbetont-mystischen Grundhaltung, aus der der Pietismus hervorgegangen ist.

Predigt: Pastor Dr. Bernd Magedanz
Silvia Treuer, Orgel
Christine Wolff, Sopran
Ulrich Cordes, Tenor
Johannes Happel, Bass
Helga Günther, Orgelcontinuo
Chor und Orchester der Greifwalder Bachwoche
Leitung: Frank Dittmer
concertPate Gesellschaft zur Förderung der Greifswalder Bachwoche e.V.

Konzert 7
11.30 Uhr, St. Jacobi
Kinderkonzert I
Thomas Riegler: König David

Das äußerst bunte und unterhaltsame Kindermusical "König David" von Thomas Riegler lebt von kraftvoller Rhythmik und wunderbar balladenartigen Liedern. "Wir lieben es!" - so die Mitglieder unseres Kinderchores. In der Inszenierung von Georg Meier werden biblische Szenen aus Davids Leben, welche zugegebenermaßen moralisch manchmal nicht ganz einfach sind, kinderfreundlich und mit einem humorvollen Auge erzählt. Schauspieler und Sänger von 4 bis 14 Jahren aus dem Domkinderchor und den Domspatzen agieren unter der Leitung von Eva-Christiane Schäfer. Begleitet wird der Chor durch eine eigens dafür gegründete kleine "Band" mit einer echten Harfe.

Die vom Künstlerischen Leiter der Bachwoche, KMD Prof. Jochen A. Modeß, vor 21 Jahren wiederbegründeten Dom-Kinderchöre sind nicht nur der ideale Ort musikalischer Früherziehung, sondern sie wirken auch regelmäßig an den Aufführungen der "Großen" mit, bei Oratorienkonzerten des Domchores (z.B. Monteverdi: Marienvesper, Bach: Matthäuspassion, Orff: Carmina Burana). Ko-Leiterin neben Prof. Modeß ist seit 2011 Eva-Christiane Schäfer, die während ihres Kirchenmusikstudiums am Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft der Uni Greifswald besonderes Interesse am Fach Chorleitung entwickelte. Nach Abschluss Ihres Diplomstudiums hat sie 2014 noch einen Extra-Studiengang Chorleitung bei Prof. Jörg-Peter Weigle in Berlin an der Musikhochschule "Hanns Eisler" angehängt und wird später möglicherweise einmal professionelle Chöre, z.B. an Opernhäusern, leiten. Den Dom-Kinderchören ist sie aber treu geblieben. Einmal pro Woche kommt Eva-Christiane Schäfer nach Greifswald und dann geht's los: Drei Stunden nonstop Kinderchorpädagogik! Erst die 3 bis 6jährigen, dann die 6- bis 9jährigen, schließlich die 9- bis 14 jährigen Kinder. "Bei den Kleinen geht ganz viel nur über Geschichten, die in Liedern erzählt werden, über Tanzen und mit viel Bewegung", sagt sie über die Kunst, Kinder, die schon einen Schultag hinter sich haben, nachmittags noch für die Musik zu gewinnen. "Wenn eins aufs Klo muss, dann müssen gleich alle!" Da helfe nur viel Abwechslung und Flexibilität. "Das ist manchmal harte Arbeit", gibt sie zu, aber "das, was man von den Kindern zurückbekommt, wiegt alles wieder auf." Wer Eva-Christiane Schäfer dann mit den Kindern auf der Bühne erlebt, kann das nachempfinden.

Domkinderchöre
Instrumentalensemble mit:
Arne Berg, Traversflöte
Berit Martens, Saxophon
Alma Klemm, Harfe
Alexander Hertzsch, Trompete
Jochen A. Modeß, Klavier
Toni Schümann, Schlagzeug
Inszenierung: Georg Meier
Leitung: Eva-Christiane Schäfer
concertPate PORO - Restaurant-Cocktailbar

Konzert 8
15.00 Uhr, St. Jacobi
Kinderkonzert II
Thomas Riegler: König David

(Wiederholung vom Vormittag)
concertPate PORO - Restaurant-Cocktailbar

Konzert 9
16.00 Uhr, Katholische Kirche St. Joseph
Musik der Könige für Trompete, Pauke/Percussion und Orgel
Die Musik der Könige wird mit Bachs Concerto BWV 592 eröffnet. Diese Komposition beruht auf einem Violinkonzert des Prinzen Johann-Ernst von Sachsen-Weimar. Jean Joseph Mourets Sinfonies de fanfares wurden als festliche Hofmusik für Ludwig XIV. geschrieben. Auch Georg Friedrich Händels Wassermusik diente zur feierlichen Untermalung von großen Festen am englischen Hof. Intraden sind ursprünglich Einzugsmusiken für Fürsten und Könige. Hier verwendet der holländische Komponist Otto Ketting diese Musikform. Die Komposition "Macbeth and Macdonwald" für Trompete und Percussion des Amerikaners David Jarvis bedient sich des Materials von William Shakespeare's "Macbeth", König von Schottland. Die Kantate "Preise dein Glücke, gesegnetes Sachsen" ist eine Huldigungskantate für August III.

Christian Packmohr, Trompete
Francisco Manuel Anguas Rodriguez, Pauke/Percussion
Frank Dittmer, Orgel

18.00 Uhr, Lutherhof
Mitsingeprobe: Bachkantate 40
(Aufführung am Freitag, 10 Uhr)

Konzert 10
20.00 Uhr, St. Marien
Sinfoniekonzert: Nordische Königsmusiken
Mit "Belsazars Gastmahl" (Belsazars gästabud) wagte sich der Finne Jean Sibelius das erste und einzige Mal in seiner Komponistenlaufbahn an ein biblisches Thema mit exotischem Flair. Die Gelegenheit dazu bot ihm der schwedisch-finnische Autor Hjalmar Procop?, zu dessen gleichnamigem Drama Sibelius 1906 eine Schauspielmusik komponierte. Der Erfolg war überwältigend: Das literarisch eher schwache Drama Procop?s wurde - nicht zuletzt aufgrund der eindringlichen Musik - einundzwanzigmal in Folge gespielt. Sibelius selbst fasste daraufhin vier Nummern der Bühnenmusik zu einer eigenständigen Orchestersuite zusammen, die am 25. September 1907 unter der Leitung des Komponisten in Helsinki uraufgeführt wurde. Die blutige Geschichte um das ausschweifende Fest des alttestamentarischen Königs Belsazar setzte Sibelius in ein für ihn ungewöhnliches, gleichermaßen kraftvolles wie sinnliches Klanggemälde um. Mit dem 1. Flötenkonzert Friedrichs II. von Preußen, das in den späten 1730er Jahren entstanden sein mag, kommt daraufhin ein leibhaftiger komponierender König zu Wort. Er selbst beherrschte das Flötenspiel virtuos und umgab sich bereits als Kronprinz gerne mit den großen Denkern, Autoren und Musikern seiner Zeit. Seine eigenen Kompositionen wurden oft als "Amateurstücke" herabgewürdigt - zu Unrecht, denn jedes seiner vier Flötenkonzerte weist eine hohe Individualität, eine originelle Themenwahl und einen nicht zu unterschätzenden spielerischen Anspruch auf. Nach Jean Sibelius ist Uuno Klami der zweite finnische Komponist des Abends. Geprägt von der spätromantischen Musiktradition seiner Kindheit entwickelte Klami im Laufe seines Komponistenlebens eine weitgehend individuelle Klangsprache, die gesamteuropäische Einflüsse erkennen lässt. Neben dem großen Vorbild Sibelius haben namentlich russische Komponisten wie Igor Strawinsky, Dmitrij Schostakowitsch und die französische "Groupe des Six" sein Schaffen beeinflusst.
Mit "King Lear" (Kunigas Lear) widmete sich Klami 1944 dem Shakespeare'schen Dramenkönig in Form einer Fantasie-Ouvertüre, in der vor allem die Schilderung des Sturmes, in den der verlassene König gerät, eine bemerkenswerte Farbigkeit in der Orchestrierung aufweist.

Ähnlich dem Eingangswerk liegt der Orchestersuite zu "Sigurd Jorsalfar" ursprünglich eine Schauspielmusik zu dem gleichnamigen Drama des Dänen Bj?rnsterne Bj?rnson vor. Für das Schauspiel hatte Edvard Grieg ursprünglich fünf Musiken komponiert, von denen er letztlich drei zu einer Suite zusammenfasste, die 1893 in dieser Form erstmals aufgeführt wurden. Björnson blieb als Dramatiker immer im Schatten Henrik Ibsens, und so ist auch sein Drama nie über einen nationalen Bekanntheitsgrad hinausgekommen. Anders erging es der Musik Griegs, die - namentlich als Suite - schnell zum festen Konzertrepertoire avanciert ist.

Uwe Hildebrandt, Flöte
Philharmonisches Orchester Vorpommern
Leitung: Henning Ehlert
concertPate Sparkasse Vorpommern-Offizieller Förderer der Greifswalder Bachwoche

Konzert 11
22.00 Uhr, Lutherhof
P.D.Q. Bach (1807-1742): Königliches (?)
Drei wesentliche Beiträge zum Königlichen in der Musik sind von Bachs allerletztem Sohn P.D.Q. zu spätabendlicher Stunde zu erleben. Der Bogen spannt sich vom kleinen a-cappella-Chorstück über die größer besetzte Kammermusik, die deutlich an das väterliche Musikalische Opfer anknüpft, bis zum oratorischen Werk, das deutliche Bezüge zur griechischen Tragödie aufweist, aber seine amerikanische Beleuchtung nicht verleugnet. Ja, der Komponist P.D.Q. Bach lässt seine Greifswalder Fan-Gemeinde immer wieder neue und interessante Facetten seines Werkes auf die Bühne der Bachwoche bringen!
Aus A Consort of Choral Christmas Carols (S. 359)
Nr. 3 Good King Kong Looked Out
The music sacrifice (S. 50% off)
I. Fuga Meshuga
II. Sort of Little Trio Sonata
III. Three Canons
IV. Choral Prelude: "Da kommt ja der Schurke"
V. Four More Canons
VI. The Grossest Fugue
Oedipus Tex
Dramatisches Oratorium für Solisten, Chor und Orchester (S. 150)
Vokal- und Instrumental-Solisten und Orchester der
Greifswalder P. D. Q. Bach-Gesellschaft
Leitung: Jochen A. Modeß

24.00 Uhr St. Marien
Meditative Musik zum Tagesausklang
Prof. Dr. Dr. Maksymilian Kolbe (1894-1941) war polnischer Priester, Franziskaner, Verleger und Publizist. Um seine Missionstätigkeit zu unterbinden, wurde er 1941 von den deutschen Besatzern in Polen verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Freiwillig nahm er für seinen Mitgefangenen Franciszek Gajowniczek dessen Platz im Hungerbunker ein, wo er nach zweiwöchigem Aufenthalt durch eine Giftspritze getötet wurde. Papst Johannes Paul II. sprach Kolbe 1982 als Märtyrer heilig. Volker Bräutigam schuf 1975 ein Epitaph für Maksymilian Kolbe für Orgel, das auf einer Zwölftonreihe basiert, der wiederum das Thema regium zugrunde liegt. Dass diese Reihe ihrer eigenen Krebsumkehrung entspricht, bietet vielfältige Verarbeitungsmöglichkeiten. Unter der dodekaphonischen Satzstruktur scheinen immer wieder Zitate aus dem sechstimmigen Ricercar aus dem Musikalischen Opfer von Johann Sebastian Bach durch.
Das zweite Werk des Konzerts handelt von einem König, der nie gekrönt und doch von vielen verehrt wurde. Auch hier taucht das "königliche Thema" auf, allerdings in neuem Gewand.
Volker Bräutigam (*1939)
Epitaph für Maksymilian Kolbe (1975)
(in Gedenken an das Ricercare a 6 aus dem "Musikalischen Opfer" von Johann Sebastian Bach)
Benjamin Saupe
The King's legacy - Improvisation
Benjamin Saupe, Orgel

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