AKTUELLES

Mittwoch: Kantatenpasticcio, städtische Dorfkirchenkonzertreise, Händels "Saul" und Musikalisches Opfer um Mitternacht in Kammerbesetzung
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Greifswalder Domchor
Foto: Rainer Neumann

9.45 Uhr, St. Jacobi,
Einführung in die Morgenmusik

10.00 Uhr, St. Jacobi,
Geistliche Morgenmusik
Johann Sebastian Bach / Jochen A. Modeß
"Gott ist mein König" - Kantatenpasticcio

In diesem Pasticcio führt der Künstlerische Leiter der Bachwoche diverse "königliche" Kompositionen aus dem Werk des Thomaskantors zusammen, auch aus dem Weihnachtsoratorium, das ja selbst mehrfache königliche Bezüge hat - entstanden doch etliche seiner Stücke zu feierlichen Anlässen des sächsischen Königshauses. So auch die Bass-Arie "Großer Herr, o starker König" aus dem ersten Teil, die ursprünglich für eine Glückwunschkantate zum Geburtstag der sächsischen Kurfürstin und Königin von Polen, Maria Josepha, komponiert wurde.

Predigt: Pastorin Petra Huse
Wilfried Koball, Orgel
Christine Wolff, Sopran
Bogna Bartosz, Alt
Ulrich Cordes, Tenor
Johannes Happel, Bass
Helga Günther, Orgelcontinuo
Chor und Orchester der Greifswalder Bachwoche
Leitung: Jochen A. Modeß

11.30 Uhr Bushaltestelle ZOB, Bahnhofstr. 36
Abfahrt zur jährlichen "Dorfkirchenkonzertreise", die diesmal in zwei städtische Kirchen führt, nach Richtenberg und - in eine Schlosskirche! - nach Franzburg.

Konzert 4
12.00 Uhr, St. Nikolai Kirche Richtenberg
Das Instrument der Könige
Königs Davids Harfe im Wandel der Zeit - in diesem Sinne führt das Programm der Harfenistin Alma Klemm von Bach bis Birtwistle. Nach der Eröffnung mit einer Interpretation der französischen Suite Nr. VI Bachs folgen drei kontrastierende Originalwerke der Harfenliteratur, die den Facettenreichtum des Instruments vorführen. Die französischen Suiten Bachs sind für das Cembalo geschrieben, also ebenfalls ein Instrument, bei dem die Töne angezupft werden. Für den routinierten Bach-Hörer mag es ungewohnt tönen, jedoch erklingt die Suite auf der Harfe in ganz neuen Farben und durch den direkten Kontakt zur Saite ergeben sich wunderbare Klangspielereien. Die frühesten Formen der Harfe inspirierten Birtwistle für sein Stück "Crowd". Er bezieht sich auf das walisische Instrument crwth, eine mittelalterliche Form der Lyra, bei dem die langsamen harmonischen Strukturen den Saiten erlauben, frei zu schwingen. Klang und Resonanz der Harfe sind daher die zentralen Gedanken des Stückes. Ein Klassiker in der Harfenliteratur ist die "antasie op. 35" von Louis Spohr für seine Frau, die Harfenistin Dorette Scheidler, geschrieben. Zwischen dramatischen, ruhig fließenden und variationsreichen melodischen Abschnitten wechselnd, sticht die Virtuosität des Stückes beinahe nur zweitrangig ins Auge.
Alma Klemm, Harfe
concertPate EUROPA HOTEL Greifswald

Konzert 5
15.00 Uhr, Schlosskirche Franzburg
Hausmusik am Hofe Friedrichs des Großen
König Friedrich II. traf sich allabendlich in engerem Kreise zur Hausmusik in seiner Residenz. Dabei spielte er selbst auf seinem Lieblingsinstrument, der Querflöte. Seine Künste als Interpret und auch als Komponist zahlreicher Flötensonaten und -konzerte fanden hohe Anerkennung. Das Repertoire der Hausmusiken umfasste natürlich auch die einschlägigen Kompositionen der bekannten zeitgenössischen Komponisten. Das Bachwochen-Programm bietet hier Werke aus dem Repertoire dieser königlichen Hausmusiken - in einer Schlosskirche!
Leipziger Concert mit:
Dora Ombodi, Traverso
Margret Baumgartl, Violine
Siegfried Pank, Violoncello
Sebastian Knebel, Cembalo
concertPate EUROPA HOTEL Greifswald

18.00 Uhr, Lutherhof
Mitsingeprobe: Bachkantate 1

Konzert 6
20.00 Uhr, St. Marien
Georg Friedrich Händel (1685-1759): Saul HWV 53
Ein Erfolgsstück ist Händels Oratorium "Saul" nicht gewesen. Erst nach Händels Tod hat es Aufmerksamkeit erregt - im 19. Jahrhundert etwa bei Johannes Brahms, der das Stück mehrfach aufführte. In Händels kompositorischer Biographie markiert "Saul" gleichwohl eine zentrale Position. Mit diesem dreiaktigen Stück, das im Sommer 1738 komponiert und im Januar 1739 im Haymarket-Theater in London uraufgeführt wurde, hatte er den Schritt zum englischsprachigen, auf Stoffen des Alten Testaments basierenden Oratorium endgültig vollzogen. Und Händel arbeitete hier erstmals mit dem Dichter Charles Jennens zusammen, der später u. a die Texte für den "Messias" zusammenstellen sollte.
Anders als im nahezu zeitgleich entstandene Oratorium "Israel in Ägypten", wo der Chor eine tragende Rolle spielt, setzt Händel in "Saul" ganz auf die zuvor in seinen Opern entwickelten Standards - vor allem hinsichtlich der zahlreichen Arienformen und Accompagnati für die Solopartien (im Zentrum Saul und sein Kontrahent David sowie Sauls mit David befreundeter Sohn Jonathan und die Königstöchter Michal und Merab). Der Chor beschränkt sich auf eine eher neutral-kommentierende Rolle. Zur Darstellung von Größe und Scheitern des Königs Saul sowie des Aufstiegs von David verwendete Händel aber nicht nur eine Vielzahl an vokalen Formen. Er setzte auch ganz gezielt instrumentale Sinfonien, in denen zur üblichen Orchesterbesetzung Instrumente wie Posaunen, eine Harfe oder ein Glockenspiel hinzutreten und ihre ganz eigenen Klangeffekte entfalten können. Der Marsch im 3. Akt schließlich, der Davids Trauer über den Tod Sauls und Jonathans ausdrückt, ist derart eindrucksvoll geraten, dass er später ein zeremonielles, sogar liturgisches Eigenleben führen konnte.
Christine Wolff, Sopran (Michal)
Joowon Chung, Sopran (Merab)
Yohan Cho, Altus (David)
Ulrich Cordes, Tenor (Jonathan)
Benedikt Kristjansson, Tenor (Abner, Hoherpriester u.a.)
Johannes Happel, Bass (Saul)
Greifswalder Domchor
Orchester der Greifswalder Bachwoche
Leitung: Jochen A. Modeß
concertPate Jack&Richie's Steakhouse Greifswald

24.00 Uhr, St. Marien
Johann Sebastian Bach: aus Musikalisches Opfer BWV 1079
Ricercar a 3
Canon perpetuus super Thema Regium
Canones diversi super Thema Regium
Fuga canonica in Epidiapente
Canon a 2 Quaerendo invenietis
Canon a 4
Canon perpetuus
Leipziger Concert
Dora Ombodi, Traverso
Margret Baumgartl, Violino
Siegfried Pank, Violoncello
Sebastian Knebel, Cembalo

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