AKTUELLES

Dienstag: Königskantate, klingender Vortrag, fünf Uraufführungen, Große Kammermusik und Mozarts "Krönungsmesse"
Bild
Peter Manfred Wolff
Ein Komponist des
Komponistenkonzertes
zum "Königlichen Thema"
Bild
Therese Härtel und Sophie Feine
dirigieren Mozarts
"Krönungsmesse"

Dienstag, 16. Juni 2015

9.45 Uhr, St. Jacobi,

Einführung in die Morgenmusik

10.00 Uhr, St. Jacobi,

Geistliche Morgenmusik

Johann Sebastian Bach
Himmelskönig, sei willkommen BWV 182
Predigt: Pastor Michael Mahlburg
Frank Dittmer, Orgel
Bogna Bartosz, Alt
Ulrich Cordes, Tenor
Johannes Happel, Bass
Matthias Schneider, Orgelcontinuo
Kammerchor des Instituts für Kirchenmusik und Musikwissenschaft
Musiker der MUSICA BALTICA ROSTOCK
Leitung: Jochen A. Modeß

11.30 Uhr, Konferenzraum der Universität
"Die Grenzgänge des Johann Sebastian Bach"
Musikalische und psychologische Einblicke
Prof. Dr. Andreas Kruse, Heidelberg

Der Vortrag nimmt bei der Betrachtung der persönlichen und künstlerischen Biografie Johann Sebastian Bachs eine musikgeschichtliche und eine psychologisch-biografische Perspektive ein. Er zeigt die persönliche und musikalische Entwicklung des Komponisten auf und wählt diese als Kontext einer musikwissenschaftlichen und psychologischen Betrachtung der Kreativität im Alter und in den letzten Lebensjahren des Komponisten. Dabei kann Bach als Prototyp der in der Kreativitätsforschung beschriebenen Merkmale von Alterskreativität verstanden werden. Zudem ist seine Biografie als treffendes Beispiel für Befunde aus der Resilienzforschung zu werten. Der Referent gibt Klangbeispiele auf dem Klavier.

Konzert 2
16.00 Uhr, Pommersches Landesmuseum
Königliche Klänge

Die Greifswalder Bachwoche hat die Mitglieder des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern im Deutschen Komponistenverband eingeladen, für dieses Konzert neue Werke zu kreieren, die sich mit dem Thema der Bachwoche, vielleicht sogar mit dem königlichen Thema Bachs auseinandersetzen. Die Ergebnisse dieses Aufrufes erklingen nun hier - ein Konzert mit fünf Uraufführungen! Einer der teilnehmenden Komponisten ist Peter Manfred Wolf, Professor für Komposition an der Rostocker Hochschule für Musik und Theater sowie Vorsitzender des Komponistenverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Seine "Variation über zehn Töne" (jene zehn Haupttöne, die im königlichen Thema vorkommen) für zehn Instrumente ist auch inspiriert von den zehn Geboten, eingedenk dessen, dass Bach sich in all seiner Musik "im Gottes-Dienst stehend" wusste. Der 1958 geborene Wolf wurde in der Schulzeit entscheidend durch seinen Musiklehrer geprägt, der aus der "Hindemith-Schule" stammte, was vor allem hieß, Musik überaus praxisorientiert zu vermitteln. Auch Wolfs Studenten sollen "absolut fit sein im Umgang mit tonalem Material, sie müssen aber auch Eigenes komponieren können", und zwar von Anfang an. "Neue Musik" eben, und die ist meist jenseits des traditionellen Dur und Moll. Eigene Wege gehen die Studenten auch am Computer, wo sie schon mal Kompositions-Algorithmen entwickeln. Und wie komponiert der Meister selbst? "Mit Notenpapier, Bleistift und vor allem Radiergummi", sagt Wolf. "Ich nehme den Computer nur, wenn ich die Komposition ins Reine schreibe, nur reichen die Zeichen oft nicht aus. Dann kommt doch noch Handschriftliches auf den Ausdruck."

Benjamin Lang (*1976); Time Shifts (? sopr'il Soggetto Reale)
Malte Hübner (*1953): Sonate für Violine solo Nr. 2
Peter Tenhaef (*1953): Begegnung mit einem kleinen König, der gerne groß sein wollte für Piccoloflöte, kleine Trommel, Oboe und Sprecher
Jochen A. Modeß (*1954): RACRECIR (2015) für Viola und Vibraphon
Peter Manfred Wolf (*1958): Variation über zehn Töne (2015) für Ensemble

Ars-Nova-Ensemble der Greifswalder Bachwoche mit:
Reinhard Toriser, Schlagwerk
Joachim Greiner, Viola
Christina Fassbender, Flöte
Malte Hübner, Violine
Raik Harder, Klavier
Johannes Michael Modeß, Sprecher

18.00 Uhr, Lutherhof, Lutherstr. 8
Mitsingeprobe

Seit Jahren reisen Bachwochen-Besucher auch von weither extra für diese Mitsingprojekte an! Mit etwas Chorerfahrung kann jedermann bei den Bachkantaten der Geistlichen Morgenmusiken und des Festgottesdienstes mitsingen. Nach einer abendlichen Probe mit Prof. Modeß haben Sie die Gelegenheit, am nächsten Morgen im Projektchor gemeinsam mit her-vorragenden Solisten und den Musikern des Kammerorchesters der Komischen Oper Berlin die Kantate des Tages aufzuführen.

Konzert 3
20.00 Uhr, St. Jacobi
Große Kammermusik

Aus Bachs letzter Schaffensperiode stammen die Goldberg-Variationen. Ihren Namen verdanken sie einem Cembalisten, der bei Graf von Keyserlinck angestellt war. Der Legende nach soll Goldberg dem Grafen aus dem Variationswerk vorgespielt haben. So wenig an dieser Geschichte wahr sein mag, das ruhig-erhabene Thema dürfte doch hervorragend in den höfischen Rahmen gepasst haben. Hier erklingt es in einer Orchesterfassung des Bachwochen-Cellisten Dirk Beiße. Königlich scheint das "2. Krönungskonzert" von Mozart. Tatsächlich soll es sogar anlässlich der Krönung des Kaisers Leopold II. aufgeführt worden sein, zusammen mit dem Klavierkonzert in D-Dur. Aber das weiß man nicht so genau - sicher ist, Mozart schickte es 1786 dem Fürsten von Fürstenberg in Donaueschingen. Höfische Musik ist es damit auf jeden Fall.
Völlig klar hingegen ist die Lage bei dem Violinkonzert in C-Dur von Joseph Haydn, das diese höfische ?Große Kammermusik? abschließt. Er komponierte es in den ersten Jahren seiner Anstellung bei Fürst Esterh?zy für den hervorragenden Violinvirtuosen Luigi Tomasini. Wohl dem Fürsten, der sich einen solchen Konzertmeister leisten konnte!

Matthias Kirschnereit, Klavier
Kammerorchester der Komischen Oper Berlin
Konzertmeister und Solovioline: Gabriel Adorjan
concertPate Sparkasse Vorpommern - Offizieller Förderer der Greifswalder Bachwoche

22.00 Uhr, St. Marien
Nachtgebet

Die Messe in C-Dur, KV 317 gilt als eine der bekanntesten Messen Mozarts. Der Name Krönungsmesse ist nicht zeitgenössisch, sondern wurde erstmals für das Jahr 1873 schriftlich nachgewiesen. Durch ihren festlichen Charakter und eine farbige Instrumentation entwickelte sich die Messe zur bevorzugten Komposition für Gottesdienste bei Kaiser- und Königskrönungen. Sie entstand in den Salzburger Jahren und ist von Mozart selbst auf den 23.03.1779 datiert, so dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit im Hinblick auf die Osterfeiertage am 4. und 5. April dieses Jahres im Salzburger Dom aufgeführt wurde. Eine erste Aufführung zu einer Krönung fand höchstwahrscheinlich in Prag statt - entweder 1791 für Leopold II. oder aber, nach dessen plötzlichen Tod, 1792 für seinen Nachfolger Franz II.

Bei dieser Aufführung gibt es auch ein besonderes "Duett mit Taktstock": Der grazile weiße Stab liegt leicht in der Hand, sein ovaler Griff ist aus handfreundlichem Kork. Das ist das Musikinstrument von Sophie Feine bei Mozarts "Krönungs-messe". Diesmal spielt die Greifswalder Kirchenmusikstudentin nicht Orgel, sondern - Orchester! Und um das zu dirigieren, braucht es diesen - virtuos geführten - Taktstock. Zusammen mit ihrer Kommilitonin Therese Härtel leitet sie das Universitätssinfonieorchester, dazu Chor und Solisten - als Diplomprüfung im Fach "Orchesterleitung" unter echten Aufführungsbedingungen!

Christine Wolff, Sopran
Bogna Bartosz, Alt
Ulrich Cordes, Tenor
Johannes Happel, Bass
Kammerchor des Instituts für Kirchenmusik und Musikwissenschaft
Domjugendchor
UniversitätsSinfonieOrchester
Matthias Schneider, Orgel
Leitung: Sophie Feine und Therese Härtel

24.00 Uhr, St. Marien
Meditative Musik zum Tagesausklang
Jochen A. Modeß: Königliches Thema (Improvisation)
Jochen A. Modeß, Instrumente

Zurück